Fancy Dress – Viktorianische Kostümbälle

Eine Leserin hat sich einen Artikel zu viktorianischen Kostümbällen gewünscht und natürlich konnte ich dem Thema nicht widerstehen. Hier fließt viktorianische Gesellschaft einmal mehr mit Modegeschichte zusammen und heraus kommt ein Trend, der im neunzehnten Jahrhundert in der westlichen Welt fast überall geliebt und gefeiert wurde. Allerdings wurde sich nicht nur für Kostüm- oder Maskenbälle verkleidet.

Viktorianer verkleideten sich auch für Fototermine oder für Familienfeiern, Soirées oder um im privaten Rahmen kleine Theaterstücke aufzuführen. Das Verkleiden war nicht bloß eine Art der Unterhaltung für Menschen, die weder Fernseher noch Computer kannten, sondern obendrauf für viele Viktorianer ein Weg, ihrem streng geregelten Alltag zu entkommen. Als Fledermaus oder Barockdame verkleidet musste die viktorianische Dame sich einmal nicht allzu streng an die strikten Regeln halten, die ihr die viktorianische Gesellschaft auferlegte. Auch für ärmere Leute bot das Verkleiden eine Ausflucht aus dem Alltag und so wurden Kostümfeiern bald in den verschiedensten Schichten sehr beliebt.

Als was gehst du? – Viktorianische Kostüme 

Mädchenkostüm “Porzellanschäferin”, ca. 1890, britisch (LACMA) | Mitte: Kostüm, ans 18. Jahrhundert angelehnt, Französisch, 1893 (Met Museum) | Mädchenkostüm “Hofnärrin”, ca. 1890. britisch (LACMA)

Es gab ganz verschiedene Trends dazu, als was sich viktorianische Menschen verkleideten. Sehr beliebt waren jedoch historische Persönlichkeiten oder historisch anmutende Kostüme, Tiere und Figuren aus berühmten literarischen Werken. Desweiteren konnte man sich als Nacht, Tag, Mond, Sonne, Sternenhimmel, Sommer, Winter oder anderes abstraktes Naturphänomen verkleiden. Auch schräge Kostüme waren besonders im späteren Verlauf der Epoche beliebt. So findet sich in Fancy Dresses Described von 1896 zum Beispiel dieses charmante Mülleimerkostüm. Ich weiß nicht, ob man als junge Dame wirklich ein Mülleimer sein möchte, während andere Frauen Rosengärten, Mondmädchen und Königinnen sind, aber gut.

Inspiration für die Kostüme gaben meist Modemagazine, die Schnittmuster und Modezeichnungen bereitstellten. Es gibt jedoch auch ganze Bücher wie das oben erwähnte, die sich mit beliebten Kostümen auseinandersetzen und Anleitungen enthalten, wie man das Kostüm nachmachen kann. Kostüme wurden damals genau wie andere Kleidungsstücke natürlich nicht von der Stange gekauft. Entweder nähten sich die Damen die Kostüme nach den Schnittmustern selbst oder, im Falle von Familien, die sich dies leisten konnten, man gab die Kostüme nach den eigenen Wünschen beim Schneider in Auftrag.

Es ist zu beachten, dass Kostüme immer der momentanen Mode folgten. Besonders Damenkostüme waren meist genauso geschnitten wie Alltagskleider – wenn es sich nicht gerade um ein historisches Kostüm handelte. Jedoch folgten auch solche Kostüme nicht selten der momentan modischen Linie, schließlich wollte man sich nicht nur verkleiden, sondern in seinem Kostüm auch gut aussehen. Das schrille, pinke Kleid oben in der Mitte könnte man zum Beispiel beinahe für ein gewöhnliches Abendkleid der 1890er Jahre halten. Es handelt sich aber tatsächlich um ein Kostüm, das einige markante Details des späten achtzehnten Jahrhunderts aufweist. Zu welchem Ball das Kleid getragen wurde ist unbekannt, doch ich stelle mir die Trägerin mit Marie-Antoinette-Perücke vor, die das Kostüm eindeutiger macht.

Ich bin der Suez-Kanal: Kostüme, Mode und Trends

Illustrationen aus “Fancy Dresses Described” von Ardern Holt, 1896 | Links nach rechts: Fischermädchen aus Bologna, Rosengarten, Dame aus der Zeit von Louis XVI.

Aber besonders abstrakte Kostüme waren meist einfach nach der allerneusten Mode geschnittene Kleider, die mit entsprechenden Farben, Stoffen und Verzierungen ausgestattet waren – so auch das Mülleimerkostüm. Wer sich zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zum Beispiel als Frühling verkleiden wollte, trug ein modisch geschnittenes Kleid aus leichten Stoffen in fröhlichen Pastelltönen mit aufgenähten Blumen, Schmetterlingen und vielleicht einem Blumenkranz im Haar oder einem Hütchen mit einem Vogel darauf.

Ein interessantes Kostüm ist auf jeden Fall das Elektrizitätskostüm, das Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als sich die Elektrizität gerade durchsetzte, gar nicht so unbeliebt war. Fancy Dresses Described beschreibt ein solches Kostüm auf Seite 82 wie folgt. Wer die Originalbeschreibung auf Englisch nachlesen möchte, kann dem Link folgen, denn das Buch ist vollständig online einsehbar und hat auch dutzende Beschreibungen zu anderen spätviktorianischen Kostümen, die sehr beliebt gewesen sind.

Elektrisch blauer Satin mit silbernen Zickzackblitzen. Silberne Schnüre sind um Hals, Arme und Taille geschlungen um die elektrischen Spulen darzustellen. Das Oberteil aus blauem Satin ist mit Silber und Chinakrepp behangen. Hinten Flügel, ein elektrisches Licht im Haar. Ein Stab wird in der Hand getragen, mit Spiralen, die die Kugel am Ende des Stabs umrunden.

Ein anderes durch Fortschritt und Technik angeregtes Kostüm ist das Verkleiden als Photographie in einem grünen Kleid, an dessen Rock echte Photographien angebracht sind mit einem Hut in der Form einer Kamera. Die Viktorianer verkleideten sich also selten wahllos, sondern oft als etwas, dass im Moment angesagt war oder neu. Überliefert sind auch Suez-Kanal-Kostüme aus goldenem und blauem Stoff, die nach der Eröffnung des Suez Kanals 1869 beliebt wurden.

Doch auch zeitlose Klassiker waren immer gefragt, zum Beispiel griechische und römische Göttinnen. Wer sich zum Beispiel als Diana verkleiden wollte, trug ein weißes Kleid mit einem grünen Jagdjacket, einen Bogen, Pfeile, ein Jagdhorn und ein Leopardenfell als Überwurf. Die Krönung war ein halbförmiges Diamantendiadem. Historische Persönlichkeiten von Queen Elizabeth und Lady Jane Grey über Elisabeth von Österreich bis hin zu Cleopatra und Madame du Barry waren immer eine gute Wahl. Beliebte literarische Figuren waren hingegen die von Shakespeare oder von Dickens. Fancy Dresses Described gibt einen Überblick darüber, wie die Ophelia auszusehen hat:

Langer weißer Rock aus einfachem Kaschmir, ein Ende in den Gürtel gesteckt, um eine Tasche zu formen, die mit Mohn, Getreide, Kornblumen, Kätzchen, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Margeriten gefüllt wird. Das Oberteil tiefsitzend und voll, mit langen hängenden Ärmeln, alles getrimmt mit silbernen Schnüren und Fransen; das helle Haar hängt über die Schultern, Blumen sind eingeflochten. Ein Kranz auf dem Kopf, ein kleiner Schleier mit Blumen gespickt. weiße Satinschuhe.

Für Ophelia sind mehrere Optionen möglich und was sicherlich interessant ist, ist der Zusatz “Als Ophelia trug Miss Terry ein Kostüm aus rosafarbenem Kaschmir, mit Hermelin getrimmt und einem V-Ausschnitt, der Rock hat mehrere Lagen.” Gemeint ist hier die Schauspielerin Ellen Terry, die 1888 in einer beliebten Produktion die Ophelia gab. Es ist also nicht selten gewesen, dass Kostüme auch von Schauspielern und beliebten Stücken inspiriert wurden und auf diese Weise Einzug in Kostümratgeber fanden.

Es haben sich übrigens viele Viktorianer und deren Schneider sehr genau an die Beschreibungen und Modezeichnungen in den Büchern und Magazinen gehalten. Man findet viele Fotografien von Viktorianern in Fancy Dress, die stark an die Beschreibungen aus den einschlägigen Katalogen und Ratgebern erinnern und den Trägern demnach sicherlich bekannt gewesen sein werden.

Kolonialismus und Kostüm: Ein unschöner Tend

Ein weiterer Trend, der leider nicht so erfreulich ist, wie die anderen, waren “exotische” Kostüme. Und hier überschneidet sich das viktorianische Weltbild, der Kolonialismus und Rassismus der Ära, stark mit den Kostümtrends. Wir befinden uns in einer Zeit, in der das britische Empire einen Großteil der Welt kolonialisiert und unterdrückt und, wenn wir zu dieser Art Kostüm kommen, müssen wir uns klar machen, dass diese Kostüme eine romantisierte Vorstellung der Viktorianer von anderen Kulturen zeigen, die nicht nur ignorant ist, sondern andere Kulturen auch als etwas Triviales behandelt, etwas Lustiges, als das man sich verkleiden kann.

Die Viktorianer behandelten andere Hautfarben und Kulturen nicht mit besonders viel Respekt und als etwas ihrer eigenen Kultur Unterlegenes, hübsch anzusehen, aufregend, aber eben doch der britischen, westlichen Kultur unterlegen. Dieses Othering, das stark mit dem Imperialismus zusammenhängt, muss man sich bei diesem Thema genauso vor Augen halten, wie die lustigen Aspekte des Verkleidens und wenn man Fotos von weißen Briten als Chinesen, Inder oder Roma verkleidet sieht, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass genau das die Kulturen waren, die unter Kolonialismus und Rassismus gelitten haben. Falls ihr Autor.innen seid, die hier nach Inspirationen für fiktive Kostümfeste sucht: Ihr findet solche Kostüme auch in Fancy Dresses Described, aber lasst davon ab. Diesen Rassismus zu reproduzieren bringt niemandem etwas.

Leider ist das eine “Tradition”, die sich hartnäckig bis heute hält. In den letzten Jahren werden immer wieder Diskussionen dazu geführt, warum Kolonialismus und Imperialismus noch immer nachwirken und es respektlos und ignorant ist, sich als eine Kultur zu verkleiden, zu der man nicht gehört. Ich hoffe, es hilft euch zu verstehen, warum das ein No-Go ist, wenn ihr den Kontext zu viktorianischem Rassismus und Unterdrückung kennt, die ihren Anfang vor Jahrhunderten findet und bis heute nachhallt und Folgen hat.

Wohin gehen wir? – Der berühmte Vanderbilt-Ball und viktorianische Kostümfeste 

Der Vanderbilt-Ball 1883: Links: Elizabeth Remsen Webb als Teufelin mit rotem Satinkleid und Hörnern | Mitte: Alva Vanderbilt als venezianische Prinzessin | Rechts: Henrietta Strong als Rococo-Porzellanfigur

Wann wurden Kostümfeste veranstaltet? Eigentlich zu jeder Gelegenheit. Es gab natürlich große Kostümbälle zu Halloween, besonders im Amerika des späten neunzehnten Jahrhunderts, doch auch in Europa hat man sich sehr gern verkleidet. Kostümbälle waren aufwendig, jeder musste sich ein spannendes, einzigartiges Kostüm ausdenken, und meist mit sehr viel Prunk verbunden. Viele spätviktorianische Kostümbälle sind als spektakulärste und wichtigste Bälle der Ära in die Geschichte eingegangen, so zum Beispiel der Vanderbilt-Kostümball in New York, am 26. März 1883. Das Vanderbiltanwesen galt als eines der größten und prächtigsten in der Stadt und dank der vielen Zeitungsberichte und Quellen lässt sich an diesem Ball rekonstruieren, wie viktorianische Kostümbälle – auch im kleineren Kreis – abgelaufen sind.

Wie auf gewöhnlichen Bällen verbrachten Herren und Damen den Beginn des Balls getrennt in verschiedenen Salons oder zum Anlass hergerichteten Räumen des Hauses. Auf dem Vanderbilt-Ball waren unter anderem Damen als Mary Stuart, die schottische Königin, verkleidet, als Mary aus Frances Hodgson Burnetts beliebtem Roman “Der geheime Garten”, als Elektrizität (das goldene Kleid der Alice Vanderbilt, das dieses Kostüm ausmachte, ist heute weltberühmt) oder in den Kostümen der beliebten Opéra Bouffe, zum Beispiel als Madame Diable wie Elizabeth Remsen Webb.

Der berühmte Vanderbilt-Ball war eine Hauseinweihungsparty, doch Kostümbälle konnten zu allen möglichen Anlässen gefeiert werden. Interessant ist, dass die neue Dame des Hauses, Alva Vanderbilt, noch ein ganz anderes Ziel hatte: Sie wollte New Yorks bekannteste Dame der Gesellschaft werden. Und mit ihrem Ball gelang es ihr. Sie löste die berühmte Caroline Astor ab und veränderte New Yorks Gesellschaft schlagartig. Erwähnenswert ist, dass es erst um zwei Uhr Morgens ein ausuferndes “Abendessen” gab, dass noch lange nicht den Abschluss des Balls bedeutete.

Vanderbilt-Ball 1883: Links: Alice Vanderbilt als elektrisches Licht | Mitte: Alice Vanderbilts Kleid, elektrisches Licht (Museum of New York) | Rechts: Cornelius Vanderbilt, als Rococo-Gentleman, und Alice Vanderbilt

Hier muss etwas sehr Wichtiges über Kostümbälle gesagt werden: Niemand wollte, wie heute, lustig oder schräg aussehen, wenn er sich kostümierte – Nein, auch nicht die Papierkorbdame. Die Kostüme dienten in großen Teilen dazu den eigenen Reichtum wiederzuspiegeln. Die feinsten Stoffe wurden verwendet, die modischsten Schnitte präsentiert, und wer konnte, integrierte wertvolle Edelsteine und andere prestigereiche Besitztümer in sein Kostüm. Das wird nicht nur auf dem Vanderbilt-Ball passiert sein, dem größten Ball des Gilded Age, sondern auf allen Kostümbällen der höheren Gesellschaft. Man wollte, wie eigentlich immer, zeigen was man hatte und beeindrucken.

Sieht man das Bild einer als Hornisse verkleideten Dame auf dem Vanderbilt-Ball könnte man annehmen, dass das Kostüm lustig sein soll. Bemerkt man aber die modische Wespentaille, das extrem modern geschnittene Kleid und den Kopfschmuck aus echten Diamanten verfliegt dieser Eindruck jedoch schnell.

Wie auf jedem viktorianischen Ball, kostümiert oder nicht, wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Die Vanderbilts gaben sich jedoch jede Mühe dem Ball einen historischen Anstrich zu verleihen, was auf Kostümbällen nicht selten passiert ist. Manchmal hatte man sogar Bälle mit bestimmten Themen wie “Altes Venedig” oder “Barock”. Neben den bekannten Tänzen wie Polka oder Walzer wurde auf viktorianischen Kostümbällen auch sehr oft die Quadrille getanzt, vorgeführt von Gästen, deren Kostüme zueinander passten. Bei den Vanderbilts waren das unter anderem jene Gäste, die als Mitglieder der Opéra Bouffe erschienen waren, doch diese abgestimmen Quadrillekostüme konnten natürlich alle möglichen Kostüme beinhalten. Es war auch sehr beliebt, die Quadrille von Gästen in Barockkostümen tanzen zu lassen.

Eine ganz große Besonderheit von Kostümbällen der höheren Gesellschaftsschichten war es, dass von jedem Gast ein Foto gemacht wurde, weshalb der Vanderbiltball von 1883 so gut dokumentiert ist. Oft wurden Gäste in zueinander passenden Kostümen vom Fotografen in Szenen aufgestellt, die historische Ereignisse oder kleine sprechende Bilder ergaben. Selbst, wenn kein Fotograf anwesend war, wurde dieses Spiel gespielt. Diese so genannten Tableaux Vivants, lebenden Bilder, waren zu Beginn des Balls als Unterhaltung der Gäste gedacht und wurden auf keinem guten Kostümball ausgelassen. Oft waren die Bilder lustig, stellten politische Ereignisse oder sogar bekannte Gemälde dar, und das letzte Bild beinhaltete alle kostümierten Gäste, die sich nach dem Spiel in einer Reihe aufstellten und den ersten Tanz des Abends einleiteten.

Kostümbälle waren in den höheren Schichten meistens sehr aufwendig und wurden zu großen Anlässen abgehalten. Jedoch nicht nur von Privatleuten, sondern auch von Clubs oder großen Firmen. Ein Kostümball war immer ein riesiges Spektakel, das allen Anwesenden lang im Gedächtnis blieb und den Gastgebern, sobald er gut ausgeführt war, an die Spitze der Gesellschaft verhelfen konnte. Man hatte Spaß mit den Tableaux Vivants, tanzte bis in die frühen Morgenstunden, aß und trank in sorgfältig dekorierten Räumen und zeigte, was man sich leisten konnte, was für schöne Kostümideen man gehabt hatte und wer man war.

Kostümbälle waren so beliebt und ausschweifend, dass zu vielen dieser Bälle sogar Journalisten erschienen, um die Ereignisse der Nacht in den Zeitungen an weniger wichtige Gesellschaftsmitglieder weiterzutragen, die keine Einladung erhalten hatten. Zudem wurden oft Listen mit allen Kostümen veröffentlicht. Kostümbälle dürften einige der wenigen Anlässe im viktorianischen Zeitalter gewesen sein, zu dem Piratinnen und französische Edelmänner erschienen, Shakespeares Helden, der Ozean, die Nacht, elektrisches Licht und der Suez-Kanal, ein Schachbrett, Katzen, Hornissen, Fledermäuse und England, Hofnarren, Bauern, alle möglichen Blumensorten, Guinevere, Jean d’Arc, Hexen, Teufel.innen und die Kaiserin von Österreich.

Wer bist du? – Viktorianische Maskenbälle

Maskenbälle waren im Gegensatz zu Kostümbällen im viktorianischen England und Amerika nicht sehr beliebt, wurden jedoch trotzdem hin und wieder abgehalten. Hierbei trugen die Damen kleine schwarze Samtmasken und sogenannte Dominos – schwarze Kutten mit Kapuzen – über ihrem Ballkleid. Meist waren das ganz gewöhnliche Ballkleider, Maskenball und Kostümball gleichzeitig gab es selten bis gar nicht. Wenn das Abendessen angekündigt wurde, wurden die Masken und Dominos abgenommen und es gab eine große Überraschung, wer sich hinter den Masken verborgen hatte.

Es wird angenommen, dass Maskenbälle den Viktorianern nicht geheuer waren, weil die zwingend auftretenden Verwechslungen, die Spannung und das leicht Frivole nicht zu viktorianischen Gesellschaftsnormen passte. Die viktorianischen Kostümbälle, die ab 1850 in Mode kamen, haben sich außerdem aus den ausschweifenden Maskenbällen des achtzehnten Jahrhunderts entwickelt und so gingen Maskenbälle immer weiter zurück, je beliebter die Kostümbälle wurden.


Beitragsbild: “Der Maskenball” von Alfred James Munnings, 1901


Selbst nachlesen?

Holt, Ardern: Fancy Dresses Described. Or, What To Wear At Fancy Balls. 1896.

Museum of the City of New York: Vanderbilt Ball. How a Costume Ball Changed New York Elite Society. 2013.

Ein sehr detaillierter Artikel zum Ball der Vanderbilts mit vielen Fotografien von den Kostümen und tollen Informationen rund um den Vanderbilt-Ball und Fancy Dress Parties.

2 Kommentare zu „Fancy Dress – Viktorianische Kostümbälle“

  1. Wirklich spannend was du wieder recherchiert hast! Ich bin überrascht, dass Maskenbälle und Kostümbälle so strikt getrennt wurden. Heute gibt es wenn Kostümball meist auch Masken dazu…

  2. Wie das gekommen ist, wäre sicherlich auch mal interessant zu erfahren. Ich war aber selbst überrascht, dass Maskenbälle den Viktorianern nicht so zugesagt haben. Da habe ich mich auch von Spielfilmen und dergleichen ein bisschen hinters Licht führen lassen, da sieht man ja viel eher Maskenbälle, als Kostümbälle.

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