• Victoriana

    Von Opium & Tight-Lacing: 5 viktorianische Mythen

    Es gibt sie in allen Ausführungen, Formen und Farben: Mythen zum viktorianischen Zeitalter. Und, wie ihr vielleicht wisst, räume ich genau mit denen liebend gern auf. Das war meine Motivation hinter „Gaiety Girl“, ganz am Anfang, und ich mache es immer noch gern. Denn diese Mythen sind nicht etwa etwas, das nur von Laien weitergetragen wird. Sie begegnen uns unter anderem in doch ordentlich recherchierten Romanen und Filmen, manchmal sogar in Literatur von Historikern, aber eben doch am Allerhäufigsten im Internet. Die Sache ist die: Manche Mythen gibt es bereits so lange, dass sie schwer vom historischen Fakt zu unterscheiden sind. Auf manche bin ich auch selbst schon reingefallen, besonders…

  • Gesellschaftliches

    Season’s Greetings: Ein viktorianisches Weihnachtsfest

    Heute ist Heilig Abend. Ich hoffe, dass ihr ein schönes Weihnachtsfest verbringt, mit allem, was dazu gehört, gutem Essen, schöner Musik und ein paar Geschenken. Auch allen Leser.innen, die kein Weihnachten feiern, möchte ich ein paar schöne Wintertage wünschen. Zündet ein paar Kerzen an und macht es euch gemütlich, mit einem schönen Buch oder dem Gaiety Girl. Heute möchte ich euch erzählen, wie die Viktorianer Weihnachten gefeiert haben. Denn viele der Weihnachtstraditionen, die wir heute noch pflegen, stammen aus dem neunzehnten Jahrhundert. Welche das sind, erfahrt ihr jetzt. Der Weihnachtsbaum – Von Deutschland in die weite Welt Für viele Menschen gehört der Weihnachtsbaum zum Weihnachtsfest einfach dazu. Er wird geschmückt…

  • Gesellschaftliches

    Fancy Dress – Viktorianische Kostümbälle

    Eine Leserin hat sich einen Artikel zu viktorianischen Kostümbällen gewünscht und natürlich konnte ich dem Thema nicht widerstehen. Hier fließt viktorianische Gesellschaft einmal mehr mit Modegeschichte zusammen und heraus kommt ein Trend, der im neunzehnten Jahrhundert in der westlichen Welt fast überall geliebt und gefeiert wurde. Allerdings wurde sich nicht nur für Kostüm- oder Maskenbälle verkleidet. Viktorianer verkleideten sich auch für Fototermine oder für Familienfeiern, Soirées oder um im privaten Rahmen kleine Theaterstücke aufzuführen. Das Verkleiden war nicht bloß eine Art der Unterhaltung für Menschen, die weder Fernseher noch Computer kannten, sondern obendrauf für viele Viktorianer ein Weg, ihrem streng geregelten Alltag zu entkommen. Als Fledermaus oder Barockdame verkleidet musste…

  • Victoriana

    Post Mortem – Viktorianische Totenbilder und wie man sie erkennt

    Leider ist Halloween mittlerweile rum und ich habe nicht die Zeit gefunden euch mit (auf den ersten Blick) makaberen oder sogar gruseligen Informationen zum viktorianischen Zeitalter zu versorgen wie letztes Jahr. Heute gibt es daher einen etwas düsteren Artikel, inspiriert von einem Artikel im Internet (Buzzeed is at it again), der mit so vielen Klischees und Unwahrheiten gespickt ist, dass ich euch gern näher bringen möchte, wie es wirklich aussah. Es geht um viktorianische Post-Mortem-Fotografie. Was das ist, habe ich nebenbei in anderen Artikeln schon erwähnt, doch einen richtigen Artikel zu diesem Phänomen gibt es noch nicht. Post-Mortem-Fotografie ist ein großteils viktorianisches Phänomen. Fotografien, die seit den 1840er Jahren in…

  • Gesellschaftliches

    Der Tanz in den Mai

    Fast jede antike Kultur kannte eine Frühlingsfeier, die im April oder Mai begangen wurde, um den Sommer einzuleiten. Ich möchte mir heute gern genauer ansehen, aus welchen Traditionen sich moderne Maifeierlichkeiten entwickelt haben und natürlich, wie die Menschen des neunzehnten Jahrhunderts den Beginn der warmen Jahreszeit gefeiert haben. Heute ist der Maitanz in vielen Regionen der westlichen Welt Tradition: Hier bei uns im Harzgebiet feiern wir am 30. April die Walpurgisnacht, in der sich die Hexen auf dem Brocken mit dem Teufel vermählen und dann, wenn die Kirchturmglocken Mitternacht schlagen, von der Maikönigin vertrieben werden. Am 1. Mai werden hier und in anderen Regionen Deutschlands Maibäume aufgestellt, um die herum…

  • Victoriana

    Pteridomanie – Ein viktorianischer Trend

    „Eure Töchter vielleicht sind der vorherrschenden Pteridomanie verfallen und streiten über unaussprechliche Namen der Spezien (die in jedem neuen Farn-Buch, das sie kaufen, anders zu lauten scheinen) – und trotzdem könnt ihr nicht abstreiten, dass ihnen das gefällt, dass sie deswegen aktiver sind und fröhlicher, sich selbst öfter vergessen als über Romane, Tratsch, das Häkeln oder Stickwolle.“ Das schreibt Charles Kingsley 1855 in seinem Buch „Glaucus“ und gibt dem Kind einem Namen. Pteridomanie. Es gibt kaum einen Trend des viktorianischen Zeitalters, der bizarrer erscheint oder weniger nachvollziehbarer als die Liebe zu Farnen. Doch alles hat einen Grund und auch dieser Trend ist völlig erklärbar. Ins Grüne – Botanik im frühen…

  • Gesellschaftliches

    The Family Way – Schwangerschaft und die Viktorianer

    Für die viktorianische Frau war die Schwangerschaft etwas völlig Alltägliches, Selbstverständliches, das jedoch gleichzeitig mit großer Angst und gesellschaftlichem Druck einherging. Von klein auf lernten Mädchen, dass es ihr einziges respektables Lebensziel zu sein hatte, gut zu heiraten und Kinder zu gebären, denn für die Viktorianer war kaum etwas Wichtiger, als ein gesundes, glückliches Familienbild – der Druck, ein solches zu schaffen, lag meist auf den Schultern der Frauen. Nicht zu heiraten oder keine Kinder zu bekommen kam für eine respektable Dame auf keinen Fall in Frage. Eine Frau, die nicht schwanger wurde, obwohl sie schon lange verheiratet war, konnte durch ihre Kinderlosigkeit ihren guten Ruf verlieren. Die Schuld an…

  • Belle Époque

    New Years‘ Greetings! – Neujahr in der Belle Époque

    Es ist Silvester, der Abend vor Neujahr und ich nehme an viele von euch haben genau wie ich heute Abend etwas vor. Ob es Bleigießen und Knallbonbons mit Freunden ist oder ein großes Feuerwerk oder eine Tour durch Kneipen oder Clubs, ich hoffe, ihr alle habt viel Spaß und rutscht gut ins neue Jahr. Auch im viktorianischen England wurde das neue Jahr durch eine große Feier und gewisse Bräuche eingeleitet, die teilweise bis heute nachreichen. Und, wie die meisten Leser wahrscheinlich schon ahnen, einiges davon haben wir Queen Victoria selbst zu verdanken. Silvester selbst wird bereits gefeiert, seit unter Julius Cäsar die Kalender angepasst wurden, als man den Jahresbeginn vom 1.…

  • Gesellschaftliches

    Der britische Akzent: Eine viktorianische Erfindung

    Der britische Akzent, so könnte man heutzutage glauben, ist ein Mysterium: Viele Menschen lieben ihn, schwärmen davon, wie er klingt und schauen britische Fernsehsendungen im Original, um ihn hören zu können. Doch eines beachten die wenigsten und das ist: Es gibt keinen britischen Akzent. Zu den britischen Inseln gehören mehrere Teile: England, Schottland, Wales und Nord- und Südirland. Und nicht nur hat jedes Land seinen ganz eigenen Akzent, nein, jede Region in jedem Land hat eigene Sprechweisen und Besonderheiten. Jemand aus dem Süden Englands spricht ganz anders, als jemand aus dem Norden Englands und das gilt für alle Regionen der britischen Inseln. Herkunft und Konnotation – Was der Akzent über…

  • Victoriana

    Kunst am Körper und die Viktorianer

    Ich denke seit geraumer Zeit darüber nach, mir ein Schwalbentattoo machen zu lassen (Nachtrag 2019: Ich habe es 2013 noch gemacht und bereue nichts). Ich habe nun sogar meinen Termin schon und bald geht es los. Viele Leute finden Tattoos hässlich und betrachten sie als Verschandelung des eigenen Körpers und bringen sie oft mit einer gewissen Wildheit in Verbindung. Allerdings, Überraschung, gehörten die Viktorianer nicht zu den Leuten, die in Tattoos bloß Rebellion und Schande sahen, sondern durchaus eine Kunst. Wer hätte das gedacht? Doch natürlich war das nicht immer so. Vor 1862, also bereits in der Mitte des viktorianischen Zeitalters, galten Tattoos auch für die Viktorianer als etwas, dass…