• Persönlichkeiten

    Der Märchenkönig – Ludwig II. von Bayern

    Dieses Blog befasst sich sehr viel mit britischer Geschichte, ein wenig mit französischer, ein wenig mit japanischer und amerikanischer. Für mich liegt es im Moment jedoch auf der Hand, das Blog auch auf die Geschehnisse in Deutschland und Österreich auszuweiten, um einen vielfältigen Überblick über das lange neunzehnte Jahrhundert geben zu können. Beginnen möchte ich daher mit einer der wohl tragischsten Figuren des neunzehnten Jahrhunderts: König Ludwig II. von Bayern. Einige kennen ihn vielleicht aus dem Film, der vor ein paar Jahren über ihn gedreht wurde. Meine Meinung zu dem Film behalte ich lieber für mich, sie fällt nämlich nicht besonders gut aus. Dahinter steckt jedoch eine interessante Geschichte. Der…

  • Belle Époque

    Japonismus – Ein Stück Japan in Europa?

    Seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts machte ein neuer Stil in Europa von sich reden: Zuerst sprach man vom anglo-japanischen Stil, wenn Dekorationsgegenstände und Möbel in den Heimen hochgestellter Viktorianer plötzlich von japanischer Kunst, Kultur und Ästhetik inspiriert schienen, ab den 1870ern fasste ein neuer Begriff Fuß, der bis heute verwendet wird: Japonismus. Nicht nur in der britischen, auch in der europäischen Kunst schlägt sich der ostasiatische Einfluss nieder, besonders in Frankreich. Gerade im Impressionismus liebt man das Plakative der japanischen Kunst, die klaren einfachen Linien und starken Farben. Doch wie genau beeinflusste der Japonismus die viktorianische Gesellschaft? Und was bleibt uns davon bis heute erhalten? Die Meiji-Restauration – Woher…

  • Mode

    Bademode im Wandel der Zeit

    Mit Beginn der Bade- und Kurkultur beginnt auch das Interesse der Menschen am Meer als Erholungs- und Badeort. Zu Verdanken haben die Menschen des frühen neunzehnten Jahrhunderts ihre Badeurlaube der Erfindung der Eisenbahn, die die Menschen schnell und für die damaligen Verhältnisse einigermaßen bequem aus dem stickigen London in die Badeorte, wie Bath oder Brighton, beförderte. Der typische Strandurlaub, einzig und allein zur Erholung gedacht, war geboren. Und hierzu brauchte es eigene Mode und eine eigene Etikette. Das frühe neunzehnte Jahrhundert – Viel Stoff am Strand  Man schmiss sich natürlich nicht direkt am Strand in die schmissigen Badeanzüge (Das Wortspiel tut mir nicht leid). Wer sich ein wenig für die…

  • Gesellschaftliches

    Der Tanz in den Mai

    Fast jede antike Kultur kannte eine Frühlingsfeier, die im April oder Mai begangen wurde, um den Sommer einzuleiten. Ich möchte mir heute gern genauer ansehen, aus welchen Traditionen sich moderne Maifeierlichkeiten entwickelt haben und natürlich, wie die Menschen des neunzehnten Jahrhunderts den Beginn der warmen Jahreszeit gefeiert haben. Heute ist der Maitanz in vielen Regionen der westlichen Welt Tradition: Hier bei uns im Harzgebiet feiern wir am 30. April die Walpurgisnacht, in der sich die Hexen auf dem Brocken mit dem Teufel vermählen und dann, wenn die Kirchturmglocken Mitternacht schlagen, von der Maikönigin vertrieben werden. Am 1. Mai werden hier und in anderen Regionen Deutschlands Maibäume aufgestellt, um die herum…

  • Victoriana

    Pteridomanie – Ein viktorianischer Trend

    „Eure Töchter vielleicht sind der vorherrschenden Pteridomanie verfallen und streiten über unaussprechliche Namen der Spezien (die in jedem neuen Farn-Buch, das sie kaufen, anders zu lauten scheinen) – und trotzdem könnt ihr nicht abstreiten, dass ihnen das gefällt, dass sie deswegen aktiver sind und fröhlicher, sich selbst öfter vergessen als über Romane, Tratsch, das Häkeln oder Stickwolle.“ Das schreibt Charles Kingsley 1855 in seinem Buch „Glaucus“ und gibt dem Kind einem Namen. Pteridomanie. Es gibt kaum einen Trend des viktorianischen Zeitalters, der bizarrer erscheint oder weniger nachvollziehbarer als die Liebe zu Farnen. Doch alles hat einen Grund und auch dieser Trend ist völlig erklärbar. Ins Grüne – Botanik im frühen…

  • Victoriana

    Vater Themse und der große Gestank

    In einem Ruderboot fährt der Tod über die völlig verschmutzte Themse und sammelt die Leben derjenigen ein, die nicht dafür bezahlen wollten, den Fluss säubern zu lassen. So stellt das Punch-Magazin eins der größten Probleme dar, die das viktorianische London zu bewältigen hatte: Sommer, 1858. Alles, was nicht mehr gewollt ist, landet in der Themse. Nicht nur Unrat und Waschwasser und das Kanalisationssystem mündeten in die Themse. Nein, auch die Fabriken leiten ihr Abwasser in den Fluss, Metzger entsorgen hier verdorbenes Fleisch, Knochen und unbrauchbare Reste, Färber nutzen die Themse als großes Auffangbecken und so manch ungewollter Verstorbener fand seine letzte Ruhestädte im Fluss von London. Allerdings ist das Flusswasser…

  • Persönlichkeiten

    Oscar Wilde und wie wir ihn verstehen

    Eine Biographie des legendären Oscar Wilde gibt es hier noch nicht und das hat mehrere Gründe. Zum einen ist Wilde so bekannt, dass man sehr leicht sehr viel über ihn herausfinden kann und ihr mich dafür eigentlich nicht braucht. Zum zweiten war ich mir nicht sicher, wie ich einen meiner literarischen Helden hier auf dem Blog vorstellen soll. Nun habe ich mich entschieden und ich hoffe, ihr lernt aus diesem Artikel noch etwas, das man noch nicht überall gehört hat. Beginnen möchte ich mit einer Einführung dazu, wer Oscar Wilde überhaupt war. Dabei soll es um einige Fakten gehen, die ihr vielleicht noch nicht über ihn wusstet. Aber hauptsächlich geht…

  • Victoriana

    Laudanum, Opium und Sherlock Holmes – Drogenmissbrauch im viktorianischen England

    [Content Warning: Drogenmissbrauch] Sherlock Holmes, der Held der berühmten Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle, war den Drogen nicht abgeneigt. Das ist ein allgemein bekannter Fakt, der in einigen modernen Adaptionen der Geschichte auch behandelt wird. In der Geschichte „The Sign of Four“ fragt Doctor John Watson den Meisterdetektiv sogar, ob er heute Morphin oder Kokain nehmen möchte. Holmes mag für unseren modernen Begriff harte Drogen genommen haben, um seinen Geist wach zu halten. Es gibt viele moderne Spekulationen darüber woher denn Sherlock Holmes solch illegale Drogen beschafft hat und ob am Ende Sir Arthur Conan Doyle selbst drogenabhängig war. Deshalb habe ich mich heute entschlossen, einen Artikel zu bringen,…

  • Victoriana

    Geld im viktorianischen England

    Heute soll es noch einmal um ein Thema gehen, dass sich jemand gewünscht hat: Die Währung und den Umgang mit Geld im viktorianischen England. Die englische Währung der viktorianischen Jahre war, genau wie heute auch noch, Pound Sterling, das berühmte englische Pfund. Doch es gab viel mehr Münzen als heute, schließlich geschah die Umstellung auf das Dezimalsystem erst 1971 und Geld sah auch noch etwas anders aus, als wir es heute gewohnt sind. Ich möchte euch heute nicht bloß die Währung des neunzehnten Jahrhunderts erklären, sondern auch ein wenig etwas zum Wert der Dinge erzählen. Was waren verschiedene Güter wert und wie viel kosteten Kleidung, Lebensmittel und andere notwendige Dinge?…

  • Gesellschaftliches

    The Family Way – Schwangerschaft und die Viktorianer

    Für die viktorianische Frau war die Schwangerschaft etwas völlig Alltägliches, Selbstverständliches, das jedoch gleichzeitig mit großer Angst und gesellschaftlichem Druck einherging. Von klein auf lernten Mädchen, dass es ihr einziges respektables Lebensziel zu sein hatte, gut zu heiraten und Kinder zu gebären, denn für die Viktorianer war kaum etwas Wichtiger, als ein gesundes, glückliches Familienbild – der Druck, ein solches zu schaffen, lag meist auf den Schultern der Frauen. Nicht zu heiraten oder keine Kinder zu bekommen kam für eine respektable Dame auf keinen Fall in Frage. Eine Frau, die nicht schwanger wurde, obwohl sie schon lange verheiratet war, konnte durch ihre Kinderlosigkeit ihren guten Ruf verlieren. Die Schuld an…