• Victoriana

    My Dear Watson? – Oscar Wilde, Sir Arthur Conan Doyle & die Sexualität des Sherlock Holmes

    Oh, Sherlock Holmes. Du und ich, das ist eine lange Geschichte und sie ist ein bisschen holprig. Ich bin, wie viele andere auch, mit Sherlock Holmes aufgewachsen. Als Kind habe ich die Granada-Filme mit Jeremy Brett gesehen, später dann selbst die Originalgeschichten des schottischen Autoren Sir Arthur Conan Doyle gelesen, dann natürlich die PC-Spiele, die Guy-Ritchie-Filme, nicht zuletzt BBC Sherlock. Ich war im Baker-Street-Museum in London und eine Weile lang beinahe besessen von Sherlock Holmes. Das hat sich mit der Zeit jedoch gelegt, denn das Sherlock-Revival der 2000er Jahre mit seinen unzähligen Neuerzählungen in Serien-, Film-, und Romanform hat mich müde gemacht. Geblieben ist jedoch die Faszination mit der Metaebene,…

  • Gesellschaftliches

    [Blogtour] Dare Not Speak Its Name – Queere Identität im historischen Roman

    Im historischen Roman sind LGBTQ-Figuren leider noch immer eine Seltenheit. Autoren wie Diana Gabaldon, Floortje Zwigtman und Jan Gillou machen zwar vor, dass es auch anders geht, doch für viele Autoren von Romanen mit historischem Setting scheint es noch undenkbar zu sein Figuren einzubauen, die wir heute der LGBTQ Community zuordnen würden. Im Rahmen von Meara Finnegans Blogtour mit dem Thema „Phantastische Realität“ (Nachtrag 2018: Das Blog ist leider mittlerweile offline, aber alle Stationen der Blogtour könnt ihr bei Elea Brandt noch nachlesen) möchte ich mich heute mit der Aufarbeitung queerer Geschichte im historischen Roman beschäftigen, sowie mit den historischen Hintergründen und warum es gerade im historischen Roman wichtig ist,…

  • Persönlichkeiten

    Colette – Die Chronistin der Belle Époque

    Sidonie-Gabrielle Colette, viel besser bekannt als Colette, war eine der einflussreichsten französischen Schriftstellerinnen der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Karriere als Autorin erreicht ihren Höhepunkt in den 1920er Jahren, 1948 wurde sie sogar für den Nobelpreis in Literatur nominiert. Diese Zeit in Colettes Leben werde ich natürlich auch behandeln, doch wie ihr sicherlich bereits bemerkt habt, ist das die Epoche nach der Belle Époque, also nicht das Hauptaugenmerk des Gaiety Girls. Allerdings war Colette auch während der Belle Époque kein unbekannter Name. Denn der Mythos Colette beginnt bereits im fin de siècle auf den Pariser Varietébühnen auf ganz andere Weise, als man es für eine gefeierte Schriftstellerin annehmen möchte.…

  • Persönlichkeiten

    Emily Brontë – Über verregnete dunkle Moore

    Die Brontë-Schwestern dürften als wohl bekannteste weibliche Autorinnen in die Geschichte des viktorianischen Zeitalters eingegangen sein. Charlotte, Emily und Anne schrieben Schauerromane, die viktorianische Leser.innen nicht bloß begeisterten, sondern auch schockierten. Ich möchte in den folgenden Wochen auch zu Branwell, Charlotte und Anne Brontë eigene Biographien hochladen, doch heute soll es um die Schwester gehen, die einen meiner absoluten Lieblingsromane geschrieben hat: Emily Brontë und ihre „Sturmhöhe“. Über die Person Emily Brontë ist nicht viel bekannt. Sie lebte sehr zurückgezogen und genoss die Einsamkeit, hatte wenige Freunde und verbrachte ihre Zeit lieber mit dem Schreiben, als mit anderen Menschen. Zeitgenossen nannten sie furchtbar schüchtern und still, doch sie liebte die Moore…