• Gesellschaftliches

    Season’s Greetings: Ein viktorianisches Weihnachtsfest

    Heute ist Heilig Abend. Ich hoffe, dass ihr ein schönes Weihnachtsfest verbringt, mit allem, was dazu gehört, gutem Essen, schöner Musik und ein paar Geschenken. Auch allen Leser.innen, die kein Weihnachten feiern, möchte ich ein paar schöne Wintertage wünschen. Zündet ein paar Kerzen an und macht es euch gemütlich, mit einem schönen Buch oder dem Gaiety Girl. Heute möchte ich euch erzählen, wie die Viktorianer Weihnachten gefeiert haben. Denn viele der Weihnachtstraditionen, die wir heute noch pflegen, stammen aus dem neunzehnten Jahrhundert. Welche das sind, erfahrt ihr jetzt. Der Weihnachtsbaum – Von Deutschland in die weite Welt Für viele Menschen gehört der Weihnachtsbaum zum Weihnachtsfest einfach dazu. Er wird geschmückt…

  • Gesellschaftliches

    Fancy Dress – Viktorianische Kostümbälle

    Eine Leserin hat sich einen Artikel zu viktorianischen Kostümbällen gewünscht und natürlich konnte ich dem Thema nicht widerstehen. Hier fließt viktorianische Gesellschaft einmal mehr mit Modegeschichte zusammen und heraus kommt ein Trend, der im neunzehnten Jahrhundert in der westlichen Welt fast überall geliebt und gefeiert wurde. Allerdings wurde sich nicht nur für Kostüm- oder Maskenbälle verkleidet. Viktorianer verkleideten sich auch für Fototermine oder für Familienfeiern, Soirées oder um im privaten Rahmen kleine Theaterstücke aufzuführen. Das Verkleiden war nicht bloß eine Art der Unterhaltung für Menschen, die weder Fernseher noch Computer kannten, sondern obendrauf für viele Viktorianer ein Weg, ihrem streng geregelten Alltag zu entkommen. Als Fledermaus oder Barockdame verkleidet musste…

  • Persönlichkeiten

    Sada Yakko – Japans mutige Pionierin

    Am 18. Juli 1871 kommt in Tokio Koyama Sada zur Welt, eine Frau, die die japanische Theatergeschichte aufwirbeln sollte, wie keine andere. Sada war das jüngste von zwölf Kindern und stammte aus einer Familie von Ladenbesitzern, die unter anderem eine Buchhandlung und eine Wechselstube besaß. Ihr Großvater war ein bekannter Beamter, ihre Mutter soll eine wahre Schönheit gewesen sein und hatte als junge Frau sogar für einen daimyo, einen Feudalherren, gearbeitet, wo sie das adelige Leben kennen und lieben lernte. Sadas Vater wurde wegen seiner ruhigen Natur auch „Bhudda“ genannt. Sada stammte aus einer recht wohlhabenden Familie, doch während der Inflation, die auf die hohen Restaurationskosten während der Meiji-Ära folgte,…

  • Belle Époque

    Japonismus – Ein Stück Japan in Europa?

    Seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts machte ein neuer Stil in Europa von sich reden: Zuerst sprach man vom anglo-japanischen Stil, wenn Dekorationsgegenstände und Möbel in den Heimen hochgestellter Viktorianer plötzlich von japanischer Kunst, Kultur und Ästhetik inspiriert schienen, ab den 1870ern fasste ein neuer Begriff Fuß, der bis heute verwendet wird: Japonismus. Nicht nur in der britischen, auch in der europäischen Kunst schlägt sich der ostasiatische Einfluss nieder, besonders in Frankreich. Gerade im Impressionismus liebt man das Plakative der japanischen Kunst, die klaren einfachen Linien und starken Farben. Doch wie genau beeinflusste der Japonismus die viktorianische Gesellschaft? Und was bleibt uns davon bis heute erhalten? Die Meiji-Restauration – Woher…

  • Mode

    Bademode im Wandel der Zeit

    Mit Beginn der Bade- und Kurkultur beginnt auch das Interesse der Menschen am Meer als Erholungs- und Badeort. Zu Verdanken haben die Menschen des frühen neunzehnten Jahrhunderts ihre Badeurlaube der Erfindung der Eisenbahn, die die Menschen schnell und für die damaligen Verhältnisse einigermaßen bequem aus dem stickigen London in die Badeorte, wie Bath oder Brighton, beförderte. Der typische Strandurlaub, einzig und allein zur Erholung gedacht, war geboren. Und hierzu brauchte es eigene Mode und eine eigene Etikette. Das frühe neunzehnte Jahrhundert – Viel Stoff am Strand  Man schmiss sich natürlich nicht direkt am Strand in die schmissigen Badeanzüge (Das Wortspiel tut mir nicht leid). Wer sich ein wenig für die…

  • Gesellschaftliches

    Der Tanz in den Mai

    Fast jede antike Kultur kannte eine Frühlingsfeier, die im April oder Mai begangen wurde, um den Sommer einzuleiten. Ich möchte mir heute gern genauer ansehen, aus welchen Traditionen sich moderne Maifeierlichkeiten entwickelt haben und natürlich, wie die Menschen des neunzehnten Jahrhunderts den Beginn der warmen Jahreszeit gefeiert haben. Heute ist der Maitanz in vielen Regionen der westlichen Welt Tradition: Hier bei uns im Harzgebiet feiern wir am 30. April die Walpurgisnacht, in der sich die Hexen auf dem Brocken mit dem Teufel vermählen und dann, wenn die Kirchturmglocken Mitternacht schlagen, von der Maikönigin vertrieben werden. Am 1. Mai werden hier und in anderen Regionen Deutschlands Maibäume aufgestellt, um die herum…

  • Victoriana

    Pteridomanie – Ein viktorianischer Trend

    „Eure Töchter vielleicht sind der vorherrschenden Pteridomanie verfallen und streiten über unaussprechliche Namen der Spezien (die in jedem neuen Farn-Buch, das sie kaufen, anders zu lauten scheinen) – und trotzdem könnt ihr nicht abstreiten, dass ihnen das gefällt, dass sie deswegen aktiver sind und fröhlicher, sich selbst öfter vergessen als über Romane, Tratsch, das Häkeln oder Stickwolle.“ Das schreibt Charles Kingsley 1855 in seinem Buch „Glaucus“ und gibt dem Kind einem Namen. Pteridomanie. Es gibt kaum einen Trend des viktorianischen Zeitalters, der bizarrer erscheint oder weniger nachvollziehbarer als die Liebe zu Farnen. Doch alles hat einen Grund und auch dieser Trend ist völlig erklärbar. Ins Grüne – Botanik im frühen…

  • Victoriana

    Barnums großer Coup – Die Meerjungfrau von Fiji

    Sie ist hässlich, mysteriös und angeblich eine richtige Meerjungfrau: 1822 kauft der Kapitän Samuel Barrett Edes von japanischen Seemännern für ein kleines Vermögen den mumifizierten Körper einer Meerjungfrau. Meerjungfrauen waren schon seit Jahrhunderten Bestandteil eines jeden guten Kuriositätenkabinetts, doch diese Meerjungfrau war anders: Sie hatte ein abscheuliches Gesicht, war viel kleiner als ein Mensch und – haarig. Edes stellte sie in seiner privaten Sammlung ab 1822 in London aus. Doch die große Berühmtheit der Meerjungfrau folgte erst zwanzig Jahre später – Samuel Barrett Edes vermachte die kuriose Mumie seinem Sohn, der sie an Moses Kimball verkaufte, der sie im Jahr 1842 mit nach New York nahm. Der Streich des Jahrzehnts…

  • Persönlichkeiten

    Die Fox-Schwestern und viktorianischer Spiritismus

    Um die Jahrhundertwende herum war der Spiritismus aus den großen Städten nicht mehr wegzudenken. In London verdienten Medien mit Séancen ihr Geld, in Paris gab es Cafés mit Thema Tod und Geister, auch in New York wurden Geister beschwört. Dass die Viktorianer durch ihre Liebe zu makaberen Themen und Praktiken oft als ein wenig makaber und düster betrachtet werden, ist nicht verwunderlich, aber etwas, dass sich durch ein wenig Verständnis für die Epoche erklären lässt. Wer sich vor dem Artikel zum amerikanischen Spiritismus ein wenig mehr mit dem Thema Tod und Spiritismus im viktorianischen Zeitalter auseinander setzen möchte, kann natürlich gern erst einmal nachlesen. Hier gibt es einen Artikel zu Tod und…

  • Belle Époque

    New Years‘ Greetings! – Neujahr in der Belle Époque

    Es ist Silvester, der Abend vor Neujahr und ich nehme an viele von euch haben genau wie ich heute Abend etwas vor. Ob es Bleigießen und Knallbonbons mit Freunden ist oder ein großes Feuerwerk oder eine Tour durch Kneipen oder Clubs, ich hoffe, ihr alle habt viel Spaß und rutscht gut ins neue Jahr. Auch im viktorianischen England wurde das neue Jahr durch eine große Feier und gewisse Bräuche eingeleitet, die teilweise bis heute nachreichen. Und, wie die meisten Leser wahrscheinlich schon ahnen, einiges davon haben wir Queen Victoria selbst zu verdanken. Silvester selbst wird bereits gefeiert, seit unter Julius Cäsar die Kalender angepasst wurden, als man den Jahresbeginn vom 1.…